Münchner und Wiener Abreißkalender wieder im Verlagsprogramm

Für das Jahr 2023 haben wir mit Dieter Klein wieder die beiden Abreißkalender für München und Wien ins Verlagsprogramm aufgenommen.

Der Wiener Kalender:

Nach mehreren Jahren Pause erscheint unser „Wiener Abreisskalender“ endlich wieder. Das bedeutet nicht, dass es in dieser Zeit keine bemerkenswerten Verluste an historischer Bausubstanz in unserer Stadt gegeben hätte, ganz im Gegenteil! Finanzielle Gründe waren für diese Pause verantwortlich. Der Wiener Abreisskalender wird von den Autoren selbst finanziert und kann nicht auf öffentliche Zuschüsse zurückgreifen.

Viele stadtbildprägende Objekte sind nicht unter Denkmalschutz, und wenn doch: dann stellt sich allzu oft die Frage, ob die Denkmalpflege wirklich engagiert an ihre möglichen Grenzen geht oder eher desinteressiert arbeitet…, aber darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Unser „Wiener Abreisskalender“ ist seit 1984 in unregelmäßigen Abständen erschienen, er erinnert an mutwillig abgerissene oder an bewusst dem Verfall preisgegebene Bauten, die den Interessen (besser: dem Profitstreben) der Investoren/Eigentümern ebenso legal wie bereitwillig geopfert werden durften. Zumindest bildlich soll an diese veränderten Straßenbilder erinnert werden, den Vorwurf des „Krokodilstränen-vergießenden“ Bewahrers nehmen die Herausgeber gerne als Kompliment für sich in Anspruch.

Er ist in Wien bei ausgewählten Buchhandlungen erhältlich, sowie bei der Inititiative Denkmalschutz (idms.at).

 

Der Münchner Kalender:

Überall in München stehen Baukräne, wirklich bedeutende Altbauten sind in den letzten Jahren aber eher selten abgerissen worden. Auf der Abbruchliste stehen aktuell Bauten der Nachkriegszeit, die allerdings meist weniger störend im Stadtbild wirkten als die an ihre Stelle getretenen maßstabs- und phantasielosen Großbauten.

„Man glaubt es kaum, aber es entstehen in München vereinzelt auch schöne neue Bauten“ gemeint ist das neue Volkstheater). Vereinzelt sind sogar historisierende Versuche in unserer zeitgenössischen Architektur zu finden, die zwar etwas unbeholfen wirken, im Vergleich mit der längst kraftlos gewordenen „Moderne“ aber durchaus auf Interesse stoßen. Ein wirklich neuartiger Stil wird (nach über hundert Jahren der Sachlichkeit) immer noch vergeblich erwartet.

„Ich mag diese Stadt nicht mehr“ lautete die Überschrift eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung vom 2. September 2022. Dort wird Wolfgang Zängel zitiert, der in Milbertshofen die von seinen Eltern geerbte Fabrik zu einem „Kulturpark“ umfunktioniert hat und allen Kaufangeboten widersteht. Er spricht vom „Moloch München“ und lehnt Hochhäuser aus „ökologischen Gründen“ ab. Die Münchner Stadtplanung wird (nicht nur von ihm) wegen ihrer Wachstumshörigkeit kritisiert; sie darf sich auf eine diesbezüglich etwas kritiklose Akzeptanz mancher Bürger berufen, die glauben „modern sein“ zu müssen.

Bestellen Sie den Münchner Kalender über unseren Online-Shop unter: www.abreisskalender.info

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